Corona: Bayerns Fußball und der Plan B

Corona Bayerns Fußball und der Plan B
Spielbetrieb vorerst auf Eis: Fragen und Antworten rund um Trainingsbetrieb und mögliche Nachholspiele

München. Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat am Freitagvormittag beschlossen,bis
mindesten Montag, 23. März, den Spielbetrieb im gesamten Freistaat auf Eis zu legen –
und im Nachgang dieser Entscheidung drängende Fragen beantwortet, die die PNP dokumentiert.

Welche Spiele sind von der Maßnahme betroffen?
Ausgesetzt werden alle Liga- und Pokalspiele im Freistaat auf Verbands-, Bezirks- und
Kreisebene.
Die Regelung betrifft alle Spielklassen von der Regionalliga Bayern bis hinunter
in die C-Klasse
– und zwar in allen Altersklassen bei Frauen und Männern, Juniorinnen und Junioren.

Werden die abgesetzten Spiele nachgeholt?
Natürlich liegt es im Interesse des BFV und seiner Vereine, dass Nachholtermine
gefunden werden,
alle Spiele der Saison 2019/20 ausgetragen werden und die
Spielzeit regulär beendet wird.

Stand jetzt ist es allerdings nicht möglich, eine Einschätzung abzugeben, ob und inwieweit
die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Einklang mit den Empfehlungen bzw.
Vorgaben der zuständigen Behörden zu bringen ist.

Warum wurde die Entscheidung jetzt getroffen?
Bis Freitagvormittag wurden von der Bayerischen Staatsregierung Veranstaltungen
mit mehr als 1000 Teilnehmern flächendeckend abgesagt,
was auf den überwiegenden Großteil der Amateurfußballspiele in Bayern nicht zutrifft.
Zudem stellten sich die extrem unterschiedlichen Lagebeurteilungen und Vorgehensweisen
der lokalen Behörden als problematisch und zunehmend belastend für den BFV und seine Vereine heraus.
Beispielsweise wurde in der am Donnerstag abgehaltenen Telefonkonferenz mit allen 18
bayerischen
Regionalligisten deutlich, dass die Handhabung der 1000-Besuchergrenze
für Veranstaltung bayernweit
von den lokalen Ansprechpartnern und kommunalen Behörden
für die Vereine höchst unterschiedlich
interpretiert wird.
Heute hat Bayerns Ministerpräsident entschieden und weitergehende Maßnahmen erlassen.
Demnach sind Veranstaltungen mit über 100 Besuchern untersagt, Zusammenkünfte mit
unter 100 Besuchern dürfen nur durchgeführt werden,
wenn diese absolut notwendig sind.
Gegebenenfalls sind solche Veranstaltung sogar genehmigungspflichtig.

Warum erfolgt die Aussetzung nur bis zum 23. März und nicht länger?
Wir erleben bei der Verbreitung des Coronavirus‘ eine extrem dynamische Lage,
auf die entsprechend flexibel reagiert werden muss.
Die Aussetzung bis 23. März gibt eine erste Planungssicherheit für alle Beteiligten.
Gleichzeitig bleibt anders als bei einer Generalabsage auch die Möglichkeit erhalten,
auf eine Lageverbesserung zu reagieren.
Grundsätzlich hat der Schutz der Gesundheit für den Bayerischen Fußball-Verband Priorität,
der BFV ist aber auch verpflichtet, im Sinne seiner Verantwortung für die Vereine und
Mitglieder
entsprechend der Rahmenbedingungen einen geordneten Spielbetrieb zu
ermöglichen bzw. aufrechtzuerhalten.

Der BFV wird täglich mehrmals die Lage beurteilen und weitergehende Entscheidung
mit Planungssicherheit
für alle Beteiligten treffen.

Ist eine Verlängerung der Aussetzung möglich?
Ja! Der Bayerische Fußball-Verband beurteilt die aktuelle Lage permanent und steht dafür
in engem Austausch
mit den zuständigen Behörden und befolgt selbstredend alle
staatlichen Anordnungen und Empfehlungen.

Wenn es nötig ist, wird der BFV die Aussetzung verlängern oder möglicherweise auch den Spielbetrieb komplett einstellen.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass aktuell diese Lage noch nicht gegeben ist.

Betrifft das auch Freundschaftsspiele bzw. Testspiele?
Freundschaftsspiele und Testspiele sind keine offiziellen Verbandsspiele und unterliegen
deshalb nur bedingt
den Regelungen und der Zuständigkeit des Bayerischen
Fußball-Verbandes.

Allerdings wird der BFV für Freundschafts- und Testspiele für den Zeitraum,
in dem der offizielle Spielbetrieb ausgesetzt ist, keine Unparteiischen stellen.
Der BFV rät auch allen Vereinen ab, in diesem Zeitraum Freundschafts- oder Testspiele
zu bestreiten.
Aktuell sollte jeder seinen Beitrag dazu leisten,
um die Verbreitung des Conoravirus‘ einzudämmen
bzw. zu verlangsamen.
Der Fußball darf sich hier nicht ausnehmen.


Dürfen Vereine den Trainingsbetrieb aufrechterhalten?
Eine bindende Regelung für den Trainingsbetrieb gibt es nicht.
Dennoch empfiehlt der BFV seinen Vereinen ausdrücklich, den Trainingsbetrieb
in sämtlichen Altersklassen vorerst bis zum 23. März auszusetzen.
Gleichzeitig verweist der BFV darauf, dass unter Umständen auch Trainingseinheiten
(Veranstaltungen unter 100 Personen!) von den kommunalen Behörden genehmigt
werden müssen,

wie Ministerpräsident Markus Söder heute erklärt hat.
Die Zuständigkeit liegt hier bei der Kommune.


Welche Auswirkungen hat die Aussetzung auf die bayerische Talentförderung?
Auch die Lehrgangsmaßnahmen und Stützpunkttrainings werden
bayernweit vorerst ausgesetzt,
bis auf weiteres geschlossen bleibt
ebenso die Sportschule Oberhaching.


Schulungen, sonstige BFV-Veranstaltungen?
Generell sind auch alle BFV-Schulungen und -Bildungsangebote abgesagt.
Im Einzelfall wird jedoch geprüft, ob eine Veranstaltung als Webinar
abgehalten werden kann.

Angemeldete Teilnehmer für eine Schulung oder Bildungsmaßnahme
werden über
die weitere Vorgehensweise per E-Mail informiert.

(Quelle Passauer Neue Presse vom 14.03.2020)