Riesen-Respekt vor Eintracht Patriching

Mit hohen Zuschüssen und viel Mut schafft die DJK den seltenen Fall eines vereinseigenen Kunstrasenplatzes

Ein großer Tag für die DJK Eintracht Patriching: Die Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes am Freitag war in baulicher Hinsicht das größte Ereignis seit der ZF-bedingten Umsiedlung der gesamten Sportanlage im Jahr 1982. Es war aber auch ein besonderer Tag, weil ein bemerkenswerter Erfolg zu feiern war: Der Platz gehört wie die gesamte Anlange der Eintracht selbst, sie hat Bau und Finanzierung mit hohen Zuschüssen als vereinseigenes Projekt gestemmt. Dafür gab es bei der Einweihungsfeier Riesen-Respekt.

Ohne die Zuschussgeber "hätten wir statt unseres wunderschönen neuen Sportplatzes immer noch den alten greislichen Hartplatz", bedankten sich die vier jungen Mitglieder Katharina, Max, Florian und Florian, die im Namen des Vereins die Begrüßung übernahmen. Die Stadt Passau hatte 600000 Euro in ihrem Haushalt bereitgestellt, der BLSV gibt 112000 Euro (auf deren Eintreffen Eintracht-Vorstand Josef Ziegler aber noch wartet) und der Verein selbst schulterte einen zehnprozentigen Eigenanteil von 85000 Euro. "Das ist eine Herausforderung für die nächsten Jahre", so Ziegler, bange sei ihm trotzdem nicht – "und stolz sind wir auch."

Eine Freude ist auch, dass letztlich eine einvernehmliche Lösung gefunden wurde, mit der auch die Baseballer des Vereins den Platz benutzen können ohne ihn zu beschädigen. Es handelt sich um mobile Elemente, die ohne Löcher in den Platz zu schlagen eingesetzt werden können. "In Patriching wird weiter Baseball gespielt", erklärt der Vorstand.

"Ein eingeschworener Stadtteil, der ungeheuer zusammenhält" ist Patriching laut OB Jürgen Dupper. Aus der starken Gemeinschaft in der DJK Eintracht Patriching sei die Kraft für eine vereinseigene Sportanlage erwachsen: "Das schätzen wir sehr. Ich kann nicht genug betonen, wie groß unser Respekt dafür ist."

 Schon wegen eines Zuwachses von 4000 Einwohnern in den letzten Jahren brauche Passau neue Sportinfrastruktur, so Dupper. Ein neuer Platz wie in Patriching sei mehr als nur eine Sportanlage. Die jungen Menschen würden im Sportverein lernen, was wichtig ist – sich anzustrengen und durchzusetzen, aber auch nachzugeben, Kameradschaft und eben Respekt. Nur der unangenehme "Kampf um Mittelerde" bei manchem Spiel auf dem staubigen harten Sandplatz ist vorbei.

Nicht mehr zeitgemäß sei der alte Sandplatz, hatte der Verein sich mit der Bitte um Zuschuss an den BLSV gewandt. "Und das stimmte ja auch", so BLSV-Kreisvorsitzende Gerlinde Kaupa. Die Einweihung sei aber mehr als nur ein Glückstag, denn der Verein habe nicht Glück gehabt, sondern das Vorhaben überlegt und mutig angepackt.

"Auf eine schöne Anlage noch was draufgesetzt", beschreibt DJK-Diözesanvorsitzender Klaus Moosbauer den neuen Platz. "Das ist die Erfolgsstory eines Vereins, der immer wieder nach vorn schaut."

 BFV-Kreisvorsitzender Christian Bernkopf nennt den Kunstrasen "Zukunftssicherung eines Fußballvereins auf dem Land". So seien junge Menschen an Fußball und Verein zu binden. Ein Kunstrasenplatz gehöre heute zur wichtigen Infrastruktur. "Ihr gebt ein gutes Beispiel, was bewegt werden kann. Ich ziehe meinen Hut", rief Bernkopf den Patrichingern zu. Sie seien bereits Vorbild für mehreren benachbarte Vereine, die nun ebenfalls einen Kunstrasen angehen wollen.

 Die Segnung des Platzes und aller, die darauf Sport treiben, nahm Pater Endriance Pereira vor. Unter den Gästen waren der Architekt des Projekts Jürgen Wohlmaier, Vertreter der ausführenden Baufirma Majuntke aus Deggendorf sowie des Sponsors und Finanziers Sparkasse Passau und die dem Verein verbundene Stadträtin Sissi Geyer. Mit swingendem Jazz begleitete die Feier die "in Patriching berühmte" Band No Name.

 

Ein neuer Kunstrasenplatz, zwei Sportarten: Andreas Kolb und Florian Schwarz (v.l.) demonstrieren Baseball,
A-Jugend-Spieler Felix Proschek (2.v.r.) steht für den Fußball, in der Mitte der organisatorische Vater und Leiter
des Projekts 2. Vorstand Manfred Stemplinger und rechts OB Jürgen Dupper, dem der erste Anstoß angetragen wurde.

(Foto: Schlegel)

 (Ouelle Passauer Neue Presse vom 21.09.2019)